Msafiri English Medium Pre- and Primary School

Msafiri English Medium Pre- and Primary School

Die 2004 in Kisangara im nördlichen Tansania eröffnete Msafiri English Medium Pre- and Primary School ist ein außerordentliches afrikanisches Internat. Wie an anderen Boardingschools leben, essen und schlafen die Schüler zwar gemeinsam und verbringen auch die Wochenenden an der Schule, doch ein derartiges Engagement seitens der Schulleitung und auch die Ausstattung der Klassenräume sind anderorts eher selten zu finden. Der Unterricht findet ausschließlich in Englischer Sprache statt, um den Schülern gute Sprachkenntnisse zu vermitteln und ihnen in einigen Jahren den Sprung auf eine Secondary School oder in die moderne Berufswelt zu erleichtern, in der Englisch immer mehr zur Wirtschafts- und Verkehrssprache wird und in der Fuß zu fassen gerade in Tansania, einem Land mit 40% Jugendarbeitslosigkeit, große Schwierigkeiten birgt.

An der Verbindungsstraße zwischen der wirtschaftlichen Hauptstadt Tansanias, Dar es Salaam, und der Großstadt Arusha gelegen, ist das Dorf Kisangara (etwa 3.000 Einwohner) ein strategischer Punkt für diese Bildungsinstitution. Schüler aus allen Teilen des Landes kommen an die Msafiri English Medium Pre- and Primary School, um am Fuße des Mount Kindoroko in den Pare Mountains zu lernen.

 

Geschichte

2004 wurde die Gründung der Msafiri Englisch Medium Pre- and Primary School offiziell registriert. Die Wurzeln der Schule, ihre Ursprünge und die ersten Ideen liegen jedoch weiter in der Vergangenheit.

Four childrenDie Gründerin und Direktorin der Schule, Grace Mngara, arbeitet seit 1982 als Lehrerin an einer Secondary School in den Pare Mountains. Nebenbei arbeitet sie als Kontaktperson vor Ort für eine deutsche Jugendorganisation, die regelmäßig junge Touristen nach Tansania schickt. Im Juni 1992 wird die nun 36 jährige Grace gemeinsam mit einer Gruppe tansanischer Frauen, die im Laufe der Zeit Jugendliche bei sich aufgenommen hatten, als Dank nach Deutschland eingeladen. Dort leitet Grace ein Seminar, das es zum Ziel hat, die jungen Reisenden auf ihren Aufenthalt in Ostafrika vorzubereiten. Im Zuge der Arbeit in Deutschland lernt sie Michael Hell kennen, einen Unternehmer aus Bayern, der später maßgeblich an der Entwicklung und Finanzierung der Schule beteiligt sein wird.
Herr Hell reist noch im selben Jahr mit einer Gruppe nach Tansania um Grace zu besuchen. Dort lernt er Msafiri, Graces Ehemann kennen, mit dem er sich auf Anhieb sehr gut versteht. In den folgenden Jahren arbeiten die beiden Männer eng zusammen und dank der Kontakte nach Deutschland ist es Msafiri und Grace möglich, eine Farm aufzubauen. 1994 kann sich das Ehepaar von dem erwirtschafteten Geld schließlich das Land kaufen, auf dem heute die Schulgelände stehen und beginnen, sich ein Wohnhaus zu bauen.
Msafiri verbringt einige Monate in Marburg und Ampfing und arbeitet gemeinsam mit Michael Hell. Während ihr Mann in den folgenden Jahren in der Landwirtschaft tätig ist und das nun fertige Wohnhaus mit großer finanzieller Unterstützung durch Michael Hell um ein kleines Gästehaus („butiama“) erweitert, wird Grace Direktorin einer neuen Secondary School. 1998 kommen Tim und Rachel Gramith aus den USA an ihre Schule, um dort für zwei Jahre zu unterrichten. Grace steht dem Geschwisterpaar mit Rat und Tat zur Seite, man freundet sich an und so kommt es, dass auch Tim und Rachel die Anfänge der neuen Schule unterstützen als es so weit ist.

Am 26. September 2002 stirbt Msafiri überraschend. Von diesem Schicksalsschlag schwer getroffen will Grace ihr Heim nicht mehr verlassen und beendet ihre Arbeit in den Bergen. Im kommenden Jahr beschließt sie, im Dezember nach Deutschland zu reisen um ihre Freunde dort zu besuchen.

Boys having funAls sie im Januar 2004 mit neuer Energie nach Tansania zurückkehrt, beginnt Grace Mngara, nun 48, mit der Arbeit an ihrer eigenen Schule. In den folgenden Monaten entstehen – mit finanzieller Unterstützung durch Tim und Rachel Gramith – auf dem Gelände vor ihrem Wohnhaus die beiden ersten Gebäude der Msafiri English School. Das Klassenzimmer (heute ein Schlafsaal) trägt den Namen „Grace“, der Name des Schlafsaals symbolisiert in einem Wort alles wofür ihre Schule stehen soll: „Hope“.
In kürzester Zeit erfahren engagierte Eltern von dem Projekt und melden ihre Kinder an der neuen Schule an. Am 12. Januar 2005 öffnet die Msafiri English School ihre Pforten für 16 Vorschüler. Im August desselben Jahres registrieren Inspekteure des „Ministry of Education“ die Institution offiziell als Bildungsstätte.

Karin Schibel, eine befreundete Lehrerin aus Rostock, erfährt von der Msafiri English School und organisiert eine Patenschaft der Bismarckschule für zwei neue Schüler – das Patenschaftsprogramm nimmt seinen Anfang. Saomo Salehe und Samuel John werden beide 2012 ihren Abschluss machen und mit großer Wahrscheinlichkeit den Sprung auf eine Secondary School schaffen. Dank der Hilfe von Michael Hell, der bis heute viele Patenschaften vermittelt, wird auch weiteren Schülern aus finanziell schlechter gestellten Familien eine Ausbildung an der Schule ermöglicht.
Durch eine größere Spende des Rotary Clubs Mühldorf-Waldkraiburg wird der Ausbau der Schule gefördert und so scheint es möglich, jedes Jahr ein weiteres Klassenzimmer auf dem Gelände zu ergänzen und neuen Schülern einen Platz an der Schule zu gewährleisten. Bereits 2005 werden eine kleine Bücherei und zwei Büros für die Lehrer und den Buchhalter errichtet. Durch Schulgebühren und die Unterstützung von Freunden aus aller Welt ermöglicht, folgen in kürzester Zeit der Bau einer Küche und zwei weiterer Büros. Ein großzügiges Weihnachtsgeschenk aus Deutschland finanziert den Bau eines zweiten Gästehauses. 2006 werden vier weitere Klassenräume errichtet, die heute STD 1-4 beherbergen.

Two boys in front of a houseAuf Grund der steigenden Schülerzahlen werden von diesem Zeitpunkt an „Grace“ und „Hope“ als geschlechtergetrennte Schlafsäle genutzt. Im folgenden Jahr wird eine große Halle als Versammlungs- und Speisesaal errichtet, die bereits genug Platz für kommende Klassenstufen bietet. Abermals von Grace geplant und größtenteils durch Michael Hells Hilfe finanziert, wird 2008 mit dem Bau vier weiterer Klassenzimmer begonnen. Schon 2009 wird eine der neuen Klassen in einen Computerraum umfunktioniert. Die Bismarckschule Rostock macht eine großzügige Spende und zehn Desktop-PCs werden nach Kisangara geschickt. Außerdem ermöglicht sie den Bau des neuen Mädchenschlafsaals “Naetwe”, benannt nach Graces Mutter.

Dank einer Spende der Australierin Erika Cavangha, die 2007 als Touristin durch Tansania reist und durch Zufall an die Msafiri English School kommt, entsteht im selben Jahr weiterhin ein Waschhaus für Kleider und die immer schwerer zu bewältigenden Mengen an Bettwäsche. Begeistert von der Schule und ihren Schülern, leistet Frau Cavangha bis heute finanzielle Unterstützung, wo immer diese nötig ist. 2010 ermöglichen Michael Hell und der Rotary Club Mühldorf-Waldkraiburg den Bau des zweiten Jungenschlafsaals „Anton“.
Nach dem Abschluss der Bauarbeiten des Vorschulklassenzimmers 2011 wird im August noch ein dritter Schlafsaal für Mädchen gebaut, der sich hinter dem Gebäude der Vorschulklasse befindet und über einen elektrischen Anschluss sowie Toiletten verfügt. Dieser ist zu einem großen Teil von der Mirja Sax Stiftung und durch andere Spenden finanziert und wird im kommenden Jahr Schüler der neuen Secondary School beherbergen. Ebenfalls für die geplante Secondary School, beginnt im Januar 2012 mit etwas räumlicher Distanz zu den bestehenden Klassen, der Bau eines neuen Schulgebäudes. Gelder für dieses Projekt kommen von Spenden langjähriger Unterstützer und werden seit August 2011 auch von Bonfaremo gesammelt. Dank vieler Spenden wird die Verwendung solider und beständiger Materialien gewährleistet und die Klassenräume können um zwei Büros für Lehrer erweitert werden. Die von uns für den Bau der Secondary School gesammelten Gelder sind zu 100% in den Bau dieses ersten Gebäudes geflossen.

Vor einiger Zeit bekam Grace einen Anruf von Dr. Karl-Heinz Köhler, einem deutschen Unternehmer, der – unterstützt durch UNICEF – eine deutsche Secondary School in Kisangara eröffnen möchte, Grace um Hilfe gebeten und das Gebäude nun vorläufig von ihr gemietet hat. Auf Grund dieser Änderung der Umstände plant Grace Mngara nun 2013 eine Vocational School (Berufsbildungsstätte) zu eröffnen, sobald die Deutsche Schule in ihre eigenen Gebäude umziehen kann.

Da aktuell keine weiteren Bauarbeiten anstehen und Msafiri für hiesige Verhältnisse sehr gut ausgestattet ist, sind wir vor allem auf der Suche nach weiteren Pateneltern, die jungen Menschen eine gute Bildung gewährleisten wollen, und nach Kurz- und vor allem Langzeitvolontären, die Lehrer unterstützen und mit modernen pädagogischen Ansätzen vertraut machen wollen.

Boys on a field

Ziele

Das Ziel der Msafiri Englisch Medium Pre- and Primary School war es, Kindern aus unterschiedlichsten sozialen Schichten ein Zuhause und eine Chance auf eine individuellere Bildung in Klassen mit maximal 30 Schülern zu bieten. Im nunmehr achten Jahr besuchen mehr als 150 Kinder die Schule und seit September 2013 meisterte der erste Jahrgang den tansanischen Grundschulabschluss.

60% der Schüler kommen aus ärmlichen Verhältnissen und sind über Patenschaften an der Schule. Die Kinder werden nach dem offiziellen Lehrplan der tansanischen Behörden von insgesamt 10 engagierten Lehrern in den Fächern Englisch, Suaheli, Science, Mathematik, Geschichte, Landeskunde, Handarbeit und Werken, Geographie und Religion unterrichtet. Im Gegensatz zu einer öffentlichen Schule ist die Unterrichtssprache Englisch. Dies ermöglicht den Kindern einen besseren Übergang in die Secondary School (die offizielle Unterrichtssprache in den höheren Klassenstufen ist Englisch) und verbessert ihre Aussichten auf einen Beruf.

Grace Mngara schafft es durch ihre fundierten Beziehungen nach Europa, dass zu einem Großteil der Zeit Volontäre an der Schule sind, die eine individuelle Betreuung und Unterstützung der Schüler gewährleisten und die Lehrer entlasten. Durch die ständige Anwesenheit von Besuchern aus aller Welt wird außerdem eine Internationalität geschaffen, die den Schülern von klein auf einen natürlichen und offenen Umgang mit anderen Kulturen und Nationalitäten nahelegt.
Auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen, die Schule mit ihren Kindern wachsen zu lassen, war es für Grace Mngara der natürliche nächste Schritt, eine Secondary School zu eröffnen. Mit dem von Bonfaremo mitfinanzierten Klassenzimmer wurde hierzu der Grundstein gelegt. Die Anfrage Dr. Köhlers und sein Wunsch, eine internationale Secondary School zu eröffnen, änderten allerdings die Umstände. Mit der Existenz einer Secondary School – wenn auch unter anderer Leitung – ist die weitere Laufbahn vieler von Graces Schüler gewährleistet. So entstand die Idee, Msafiri um ein Vocational Training Centre zu erweitern, wo Schüler mit wenig Hoffnung an einer Secondary School zu bestehen, eine handwerkliche Ausbildung machen können. Die Pläne für eine solche Berufsschule befinden sich aktuell noch in der Findungsphase, sodass Grace die Eröffnung des Centres für September 2013 anvisiert.

Patenschaften

Mit Deiner Hilfe kann die Msafiri English School weiter wachsen und mehr Kindern ein gutes Zuhause und Chancen auf eine bessere Zukunft bieten. Die 600 Euro Schulgeld im Jahr beinhalten das Lernmaterial,  die Schuluniform, die Verpflegung und die Unterkunft für das gesamte Schuljahr. Es wird nicht viel Geld gebraucht und bereits mit ein paar Euro können wir hier viel bewirken.

Mit weniger als 2 Euro am Tag kannst Du Pate werden

Volunteer and childEin großes Problem mit Patenschaften in Afrika ist, dass viele Europäer es bevorzugen, Mädchen zu unterstützen, da sie der Meinung sind, diese würden ihre Chance besser nutzen oder hätten es generell schwerer. Natürlich ist es in den afrikanischen Patriarchaten für Mädchen oft nicht leicht sich zu behaupten, aber das europäische Vorurteil hat zur Folge, dass an der Msafiri English School bis jetzt fast nur Mädchen vermittelt werden konnten. Oft klagt die Schulleiterin Grace Mngara darüber, monatelang keine Paten für einen Jungen zu finden. Ein weiteres Problem stellt für viele Schüler leider ihre Religion dar. Auch wenn es in Tansania viele Muslime gibt, werden diese gerade im Inland oft diskriminiert. Diese Tendenz zieht sich scheinbar bis nach Europa – viele Paten bitten ausdrücklich um ein im Christlichen Glauben aufwachsendes Kind.

Wir versuchen ausdrücklich allen Kindern dieselben Chancen zu ermöglichen. In unserer Wahl potentieller Patenkinder spielen die Faktoren des Geschlechtes und der Religion also keine Rolle.

Erfolgsgeschichten

Wir haben unser erstes Patenkind vermittelt!

Seit Anfang Juli ist die Msafiri Schule um ein kleines, aufgewecktes Kind reicher: Selestine John Mzava ist sechs Jahre alt und geht nun in den Kindergarten. Seine Familie stammt aus demselben Dorf wie eine der Betreuerinnen dieser Schule, die Grace auf den Jungen aufmerksam gemacht hat. Nach der Trennung seiner Eltern konvertierte Selestines Mutter zum Muslimischen Glauben zurück, dem sie vor ihrer Ehe angehörte. Selestine hat drei ältere Brüder, die alle auf öffentliche Schulen in ihrem Heimatdorf gehen. Der älteste ist 11 Jahre alt und steht bereits kurz vor dem Abschluss der Grundschule, die Zwillinge sind 9 Jahre alt und noch auf der Suche nach Pateneltern.

Volunteer with boy

Bau der ersten Klassenzimmer abgeschlossen

Die ersten Klassenzimmer für die neue ONE WORLD SECONDARY SCHOOL konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Wir haben die Bauarbeiten in einem Video festgehalten!

Da aktuell keine weiteren Bauarbeiten anstehen und Msafiri für hiesige Verhältnisse sehr gut ausgestattet ist, sind wir vor allem auf der Suche nach weiteren Pateneltern, die jungen Menschen eine gute Bildung gewährleisten wollen, und nach Volontären, die Lehrer unterstützen und mit modernen pädagogischen Ansätzen vertraut machen wollen.